Erntedankfest

ErntedankfestNachdem im Herbst die Haupternte eingebracht worden ist finden in vielen ländlichen Regionen Deutschlands Erntedankfeste statt. Erntedankfeste haben eine jahrhundertelange Tradition: Das heute in Deutschland verbreitete Erntedankfest geht auf römisches Brauchtum zurück und wird seit dem dritten Jahrhundert nach Christi Geburt gefeiert. Leider hat der Erntedank durch die zunehmende Industrialisierung und die dadurch immer stärker zurückgedrängte Landwirtschaft an Bedeutung verloren. Mittlerweile werden Erntedankfeste deshalb als folkloristisches Brauchtum angesehen und sind meist im kirchlichen Raum angesiedelt. Doch vor noch nicht allzu langer Zeit, als die meisten Menschen von Ackerbau und Viehzucht lebten fiel der guten Ernte eine immens wichtige, weil existentielle Bedeutung zu. War die Ernte reichhaltig, wurde dies im frühen Herbst mit einem großen Fest gefeiert, das auch schon mal mehrere Tage dauern konnte.

Erntedankfest Termine

Seit 1972 wird in Deutschland in der katholischen Kirche das Erntedankfest am ersten Sonntag im Oktober, in der evangelischen Kirche am Sonntag nach dem Michaelistag, der auf den 29. September fällt gefeiert. Mittlerweile gibt es jedoch fast den ganzen Oktober über Erntedankfeste.

Erntedankfest Bräuche

In vielen Städten und Gemeinden hat sich das Erntedankfest in seinen Traditionen und Bräuchen über die Jahre verändert. Der christliche Gedanke des Danksagens für eine gute Ernte hat immer mehr an Bedeutung verloren. In vielen Städten gibt es verkaufsoffene Wochenenden und Sonntage, bei denen der Rubel rollen soll – mit einem Erntedankfest hat dies aber nichts mehr zu tun.
Das traditionelle Erntedankfest kann man nicht in der Stadt erleben, sondern auf dem platten Land! Hier lohnt es sich, in eine kleine Gemeinde zu fahren, wo die Zeit noch stehengeblieben ist. Dort beginnt das klassische Erntedankfest traditionell mit einem morgendlichen Gottesdienst. Das Fest selbst beginnt nach der Messe: Viele Gemeinden haben einen Festumzug mit geschmückten Erntewagen organisiert. Die Frauen und Männer tragen oft Tracht. Nach dem Umzug wird eine Erntepuppe (siehe Bild) oder eine Erntedankkrone, die an einem hohen Fahnenmast schwebt aufgestellt. Erntepuppen oder Erntekronen sind aus den letzten Garben der Felder gebastelt worden. Nach dem Aufstellen der Erntekrone wird festlich getafelt. Es gibt Musik und Tanz. In manchen Orten wird auch eine Erntekönigin gewählt. Oft konkurrieren benachbarte Gemeinden wer die prachtvollste Erntekrone und die schönste Erntekönigin hat.

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